Spiegel Online zum Thema: Start unter falscher Flagge
Die Mail klingt nach studentischem Start-Up: Eine neue Homepage "von Studenten für Studenten" wolle klären, wie Unis Studiengebühren verwenden und was die Studenten davon halten. Doch dahinter verbergen sich PR-Profis - von der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
"Liebes AStA-Team, am 10. April startet unicheck.de", heißt es einer Mail von Anfang April an verschiedenen Studentenvertretungen, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. Ein gewisser Thorsten Schröder schreibt darin: "Unicheck ist von Studenten für Studenten und bewertet Universitäten u.a. danach, wie gut oder schlecht sie die Studiengebühren verwenden." Im übrigen sei er für eine schnelle Antwort, gerne auch per Telefon, dankbar, bitte aber ohne Grundsatzdebatten: "Wir diskutieren nicht mehr, ob Gebühren oder nicht, sondern jetzt sind sie da und wir schauen, was wird mit Eurem Geld gemacht."
Was beim ersten Lesen nach einer neuen Service-Idee studentischer Jung-Unternehmer im Web klingt, hat in Wirklichkeit mit dem Konzept "von Studenten für Studenten" nur wenig zu tun. Denn die Domain unicheck.de wurde am 11. Januar 2007 von Jan Loleit bei der DENIC, dem nationalen Verwalter für Webadressen, registriert.
Und Loleit ist nicht etwa Student, sondern "Chef vom Dienst" bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) - ein von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanzierter Think Tank, der sich nach eigenen Angaben als "branchen- und parteiübergreifende Plattform" versteht und sich "an drei Idealen orientiert, die schon Ludwig Erhard hochgehalten hat: Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Wettbewerb".Wie ich gerade sehe hat sich auch der INSM-Watchblog der Thematik gewidmet:
www.unicheck.de: Ab heute auch neoliberale INSM-Propaganda für Studenten


0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen