Nachdem ab 2009 auch Internetprovider zur 6-monatigen
Vorratsspeicherung von
IP-Adressen verpflichtet waren, war es technisch möglich, das Surfverhalten und die E-Mail-Kontakte jeden Nutzers 6 Monate lang und
ohne Gerichtsbeschluss zu einem bestimmten Anschluss zurückverfolgen. Zwar speicherten die Internetanbieter keine Kommunikationsinhalte wie aufgerufene Seiten, jedoch speichern viele Seiten die Aufrufe
selbst gemeinsam mit Ihrer IP-Adresse, die von Ihrem Internetprovider vergeben und vorratsgespeichert wird, so dass bei Zusammenführung der Daten eine Zurückverfolgung möglich ist. Dies gilt auch, nachdem das Bundesverfassungsgericht 2010 die deutsche Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung
für verfassungswidrig erklärt hat, weil die Provider zum einen am Gesetz vorbei häufig wenigstens einige Tage vorratsspeichern und zum anderen die europäische Umsetzungspflicht der Vorratsdatenspeicherung zunächst weiterhin bestehen bleibt. Besagte IP-Adressen (Beispiel: 77.87.229.75) spielen für die Anonymität im Internet eine zentrale Rolle, weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt internetweit eindeutige Anschlusskennungen sind, die zur Kommunikation im Internet erforderlich sind. Eine Maßnahme gegen die Identifizierbarkeit über die IP-Adresse können Anonymisierungsdienste darstellen. Sie verschlüsseln nicht nur die Kommunikation zwischen Ihrem Rechner und dem Anonymisierungsdienst, was Sie unter anderem vor Ihrem Internetprovider schützt, sondern sie lassen den Nutzer nach außen hin unter veränderter IP-Adresse auftreten. In diesem Fall hinterlassen Sie beim Surfen nur die IP-Adresse des Anonymisierungsdiensts, während Ihr Internetanbieter aber nur Ihre originäre IP-Adresse sehen und speichern kann. Der Anonymisierungsdienst fungiert also als Mittler zwischen Ihrem Rechner und den angesurften Seiten. Eine Zuordnung von Surfspuren zu einem bestimmten Anschluss wird so erheblich erschwert. Ein Nebeneffekt von Anonymisierungsdiensten ist, dass sie auch
staatliche Sperrmaßnahmen unterlaufen.
Zwar gibt es auch zahlreiche kostenlose und anmeldefreie
Proxyserver, die ganz ähnlich funktionieren. Diese sind aber oft unzuverlässig und die Daten werden unverschlüsselt übertragen, so dass Ihre Daten einschließlich etwaiger Passwörter auf dem Weg dorthin und vom Proxyserver selbst beobachtet werden können. Bei vielen solcher Proxys handelt es sich um
von Kriminellen gekaperte Rechner, denen Ihre Daten anzuvertrauen nicht ungefährlich ist. Ich habe deshalb im Januar 2009 mehrere internationale Anonymisierungsdienste insbesondere unter dem Aspekt der Anonymisierungsqualität und des Datenschutzes unter die Lupe genommen. Die Reihenfolge der getesteten Services beinhaltet keine Wertung.
Hier gehts weiter..
Quelle:
www.daten-speicherung.de
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| Anonymisierungsdienste |
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